Affen mit Waffen


Ein kritisches Spiegelbild der menschlichen Zivilisation


Dieses fotografische Projekt zielt darauf ab, dem Menschen ein kritisches Spiegelbild seiner eigenen Konzeption als ‚Krone der Schöpfung’ vorzuhalten.

Da Menschenaffen unsere nächsten genetischen Verwandten sind und uns sowohl in Anatomie, als auch z.B. in kriegerischem Gebaren gleichen, sind sie prädestiniert als Träger der beabsichtigten visuellen Gegenüberstellung. Die urbane Umgebung, in der sich die Primaten wie selbstverständlich bewegen, wird dem Betrachter zudem unterstützend gereicht, um die festgefahrenen Denkweisen und Ansichten aufzubrechen und neue Denkanstöße über unsere Zivilisation zu liefern: Bekleidet der Mensch überhaupt eine Machtposition? Und wenn ja, mit welchen ‚Waffen‘ kann sie durchbrochen oder aufgehoben werden?

Ist nicht die Bagatellisierung der Gewalt und die Bedrohung der Lebensräume, wie sie so oft in den Medien repräsentiert wird, ein Rückschritt des Menschen?

Oder ist das kriegerische Verhalten von Affen Ausdruck ihres Fortschritts? Ist unser Verhalten animalisch oder das Verhalten der Affen menschlich?

„In Wirklichkeit ist jeder [Betrachter], wenn er [betrachtet] ein [Betrachter] nur seiner selbst. Das Werk des [Künstlers] ist dabei lediglich eine Art von optischem Instrument, das der [Künstler] dem [Betrachter] reicht, damit er erkennen möge, was er in sich selbst vielleicht sonst nicht hätte erschauen können. Dass der [Betrachter] das, was das [Bild] aussagt, in sich selber erkennt, ist der Beweis für die Wahrheit eben dieses [Bildes] und umgekehrt.“

Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 7: Die wiedergefundene Zeit